Seine Hände in Unschuld waschen
May 22nd, 2008 by carstenEs gibt immer wieder Momente, wenn man ein bislang unbekanntes Produkt wahrnimmt, sich ihm widmet und dann feststellt “alles richtig gemacht”: CleanWell Soap. Eine Range an Haushalt-Seifen und Sanitär-Reinigern, die 99% aller Keime abtöten sollen - dabei aber auf harte Chemikalien verzichten. Erfrischend, bei dem ganzen Vanish-, Bref-, Sagrotan- und Domestos-Terror ;-)
Erfrischend auch im Hinblick auf die Marke und das Markendesign. “Fette props” an die Kollegen von IDEO! Respect! Aber der Reihe nach:
Der Markenname: CleanWell - kann überzeugen: simpel, ehrlich, glaubwürdig. Alles mit “power”, “action”, “extra” etc. würde dem Sustainability-Gedanken bzw. der sanften aber effektiven Wirksamkeit nicht gerecht.
Das Packging: Klar und aufgeräumt, wirkt nüchtern und ehrlich - ebenfalls passend zur Marke bzw. zum Produkt. Der Clou ist jedoch, dass endlich jemand eingesehen hat, dass das Label auf der Seife vielleicht im Supermarkt-Regal eine Relevanz hat, im Badezimmer oder auf dem WC aber eher visuell stört. Weshalb gibt sonst in jedem zweiten Geschäft Pumpflaschen, in die die gekaufte Seife umgefüllt wird? Und das wird sicher nicht nur mit Handelsmarken gemacht, liebe Markenartikler ;-) Warum also nicht direkt eine Pumpflasche entwickeln, die besser aussieht, als die meisten zu kaufenden Ersatzflaschen? Wirkt wie gefrostetes Glas, schlichte Form, sympathische Farben (entsprechend Sorte), ganz dezentes Logo. Das Label kann nach dem Kauf leicht entfernt werden.
Was sagt uns das? De-Branding als Instrument der Markenführung? Steigerung der Markenrelevanz und -akzeptanz durch eine Reduktion der Markierung - ein interessanter Ansatz! Interessant, da er anregt darüber nachzudenken, was der Kontext der Marke und ihrer Verwendung ist. Nicht nur der Moment am POS zählt, sondern auch die vielen Momente der Verwendung. Schon klar, ohne Kauf am POS keine tägliche Verwendung - CleanWell zeigt aber, dass es Sinn macht, die Sache ein wenig ganzheitlicher zu betrachten.

