Mit dieser poetischen Einleitung melde ich mich nach einer kleinen Auszeit unauffällig zurück. Auszeit vom Job, Auszeit vom Blog aber auch Auszeit vom Design, möchte man meinen. Herbeigeführt durch die Ankunft eines ganz neuen Menschen in unserem Leben.
Da ändert sich also schon hormonell, kleidergrößentechnisch und gewichtsmäßig alles, was man bisher gewohnt war. Womit man aber als designaffine Erstschwangere kaum rechnet, ist die kontinuierliche Bombardierung mit geschmacklosen Materialien aller Art in der von nun an Baby-geprägten Umgebung!
Beginnend mit einem optisch scheußlichen Mutterpass, Kilos von Informationsbroschüren, Windelproben und Kulturtäschchen bis hin zu Wegwerfwickelunterlagen – die freudige Nachricht wird nunmehr ummantelt von den gestalterischen Gesetzen des babyweichen Pastells, stets bis zum Anschlag garniert mit dusseligen kleinen Tierchenmotiven. Als gelte es, soviel Unsinn wie möglich auf einer Windelvorderseite unterzubringen, wo sie – mit Verlaub – der kleine Pupser doch ohnehin nicht sieht.
Auch bei der Ernährung wird nicht halt gemacht: das ganze Produktregal ist garniert mit blauen Teddies, putzig-knopfäugigen Elefanten, schlafenden Keksen und der Brei gewordenen Verniedlichung eines jeden Lebewesens. Als erkenne man ein Baby-Produkt einfach nicht ohne die visuellen Hilfsmittel aus der Comic-Trickkiste.
Entdeckt der Nachwuchs dann die Wohnung und die Welt, begibt er sich stets auf gefährliches Terrain, denn Lätzchen, Teller, Löffel, Schlafsack oder Wipper – kein Objekt kann sich der planlosen Bedruckung des gemeinen Tier-und Farbwahnsinns entziehen. Und wir sind noch nicht mal in der Merchandising-Abteilung von Ice Age 3 angekommen!
So bleibt es eine ewig spannende Suche nach den schönen Dingen, die das Leben für die Kleinsten und für deren Eltern bereichern können. Und davon braucht man ja niemals eine Auszeit.